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Der DSV fordert mutige Innovationen statt Bequemlichkeit am Fördertropf

Auch wenn der Dachverband Schweizer Verteilnetzbetreiber (DSV) seine 46. Delegierten-versammlung coronabedingt auf dem Zirkulationsweg abhalten musste, so hat er doch nichts an Dynamik eingebüsst: Vom aktuellen Vorgehen des BFE enttäuscht, fordert der DSV neue Ansätze in der Energiepolitik.


«Manchmal beschleicht einen das Gefühl, die Entscheidungsträger hätten das ureigene Wesen einer funktionierenden Stromversorgung vergessen», schreibt DSV-Präsident Peter Lehmann im Jahresbericht 2019, «dass sie letztlich auf einem fein ziselierten, fragilen Netz basiert – und dass jede Veränderung an einer Stelle sich im gesamten Netz auswirkt.» Denn nach Ansicht des DSV wird in «Bundesbern» viel zu oft an Details herumgewerkelt, statt dass man nach umfassenden, tragfähigen und innovativen Lösungen sucht, um eine nachhaltige Stromversorgung in der Schweiz zu gewährleisten.


Einfallsloses Energiegesetz

Als aktuelles Beispiel hebt der DSV das revidierte Energiegesetz hervor, das sich derzeit in der Vernehmlassung befindet: «Letztlich werden damit nur bestehende Fördermodelle verlängert und neue hinzugefügt – Giesskannenpolitik statt Mut zu intelligenten Lösungen», so Peter Lehmann in seinem Kommentar. «Am Schluss wird es wieder an den Verteilnetzbetreibern liegen, den Strom von Produktionsanlagen, die nach dem Zufallsprinzip irgendwo gebaut werden, ins Netz zu bringen, ohne dass dessen Stabilität beeinträchtigt wird.» Denn auch wenn der DSV den Ausbau der erneuerbaren Energien grundsätzlich befürwortet, so stellen sich aus seiner Sicht doch auch einige Fragen: Dürfen Verteilnetzbetreiber Photovoltaikanlagen im Bedarfsfall entschädigungslos abriegeln (peak shaving)? Wie geht man damit um, dass Photovoltaik mittelfristig den Strom aus Laufwasserkraft konkurrenzieren könnte? Und sollen Photovoltaikanlagen nach Ablauf ihrer Lebenszeit wieder mit Fördergeldern erneuert werden?


Gesamtsicht fehlt

Allein dieses Beispiel zeigt, dass es im Energiesektor nicht genügt, nur auf einzelne Elemente zu fokussieren und darüber das Gesamtsystem aus den Augen zu verlieren. Und genau dies vermisst der DSV in «Bundesbern» seit Längerem: «Nicht einmal das BFE und die ElCom sind sich beispielsweise darüber einig, wie es um die mittel- und langfristige Versorgungssicherheit der Schweiz steht», sagt Peter Lehmann. «Auf einer solchen Basis können keine mutigen, entschlossenen und nutzbringenden Ansätze wachsen.»


Am eigenen Leib erlebt hat dies der DSV mit seinem Vorschlag eines neuen, kreativen Marktmodells, das er 2019 in die Vernehmlassung zur Revision des Stromversorgungsgesetzes eingebracht hatte und das unter anderem über eine Stärkung der Herkunftsnachweise die angestrebte volle Strommarktöffnung mit den Zielen der Energiestrategie 2050 in Einklang gebracht hätte. «Aber das BFE hat das Modell nur höflich-halbherzig zur Kenntnis genommen und unbeirrt an seinen eigenen Plänen festgehalten», sagt Peter Lehmann.


DSV bleibt aktiv

Umso mehr gelte es daher, so Peter Lehmann, den absehbaren Fehlentwicklungen im Energiebereich rechtzeitig entgegenzuwirken. Der DSV wird das revidierte Energiegesetz denn auch zur Überarbeitung zurückweisen – und getreu seiner Maxime «Schlanke Regulierungen für effiziente Verteilnetzbetreiber» auf eine bessere Lösung hinarbeiten. Dabei darf der DSV auf das bewährte Personal zählen: In der auf schriftlichem Weg durchgeführten Delegiertenversammlung wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder sowie die weiteren Funktionsträger wiedergewählt; die Jahresrechnung wurde genehmigt und der Vorstand entlastet. Als nächster Höhepunkt im DSVKalenderjahr steht am 6. November 2020 das 15. DSV-Forum im Hotel Arte in Olten an, das wiederum hochkarätige Referate zu aktuellen Themen der Strombranche bieten wird – alle Interessierten sind schon heute herzlich eingeladen.


Weitere Auskünfte:

Peter Lehmann, Präsident DSV, Tel. 056 619 19 11

Brigitte Barth, Leiterin Geschäftsstelle DSV, Tel. 062 824 94 9


2020-06-15 Medienmitteilung – Der DSV fordert mutige Innovationen statt Bequemlichkeit am
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