UNSERE HALTUNG ZU DIREKTEN NETZTHEMEN

Direkte Netzthemen

Zu diesen VNB-Themen vertritt der DSV eine klare Haltung und bringt diese in die nationale Diskussion zur sicheren Stromversorgung ein.

Regulierung der Verteilnetze

Wir setzen uns für eine schlanke Regulierung als Grundlage für die Arbeiten der Verteilnetzbetreiber ein. Dazu stehen wir in engem Kontakt mit den Behörden und der Politik. Wir bewerten, informieren und erklären die Auswirkungen von Überregulierung auf die Aufgaben und Verantwortung der Verteilnetzbetreiber.

 

Der DSV ist besorgt darüber, dass die behördlichen Überregulierungen zu einer nicht zielführenden Marktbereinigung führen.

 

"Eine politisch motivierte Konsolidierung ist nicht erwünscht."

 

Effiziente und gut organisierte EVU sollen eine akzeptable Marktberechtigung haben.

 

Der DSV spricht sich jedoch gegen einen pauschalen «Heimatschutz» aus. Nicht die Grösse der EVU entscheidet über die Marktberechtigung, sondern deren Effizienz.

 

Intelligente Messsysteme

Eine Liberalisierung des Messwesens gegenüber heute wird abgelehnt, denn der volkswirtschaftliche Nutzen ist nicht gegeben.

"Die Zähler bilden zusammen mit dem Verteilnetz ein natürliches Monopol, auf welches alle Kundinnen und Kunden einen gesicherten Zugang haben."

 

Der DSV ist zudem der Ansicht, dass aus Effizienz- und Kostengründen die Verantwortung über die Messdaten, Messdatengenerierung und die Messdatenflüsse explizit beim VNB bleiben müssen.

 

Faire Netztarifierung

Der DSV setzt sich für verursachergerechte Netznutzungstarife ein. Der Trend zu mehr Photovoltaikanlagen und die zunehmende Elektromobilität stellen neue Anforderungen an das Stromnetz, was einen Netzausbau nötig macht. Diese neuen Kosten gilt es verursachergerecht abzurechnen.

 

"Die Netzkosten der Kundinnen und Kunden sollen den Kosten entsprechen, die sie verursachen."

 

Deshalb setzt sich der DSV für leistungsbasierte Netztarife ein. Schliesslich können die Stromkundinnen und Kunden ihren Netznutzungstarif beeinflussen, indem sie ihre Anschlussleistung auf die benötigte Grösse reduzieren und ihren Stromverbrauch steuern.

 

Ausbau der dezentralen Produktion

Der Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion ist ein wesentlicher Pfeiler der Energiestrategie 2050.

 

"Der DSV befürwortet den Ausbau der Stromproduktion und verfolgt die Philosophie des dezentralen Ansatzes: dezentral produzieren – dezentral verbrauchen – dezentral speichern.

 

Der wachsende Zubau der Stromproduktion führt zu einer Mehr– und teilweise Überbelastung des Verteilnetzes. Der DSV setzt sich für klare Spielregeln ein, damit solche Situationen unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit frühzeitig erkannt, geregelt und verursachergerecht finanziert werden können.

 

Dezentrale Stromspeicher

Der Zubau von Speichereinheiten beeinflusst und verändert die Netzbelastung bei den Verteilnetzbetreibern massgeblich. Der DSV begrüsst den Einsatz von dezentralen Stromspeichern. Sie müssen jedoch intelligent in das Gesamtsystem eingebunden sein und ihren Anteil an den Netzkosten tragen.

 

"Kritisch äussert sich der DSV zu Speicherlösungen, welche die individuellen marktwirtschaftlichen Vorteile höher gewichten, als die Aspekte der Versorgungssicherheit."

 

Dies ist insbesondere dann bedenklich, wenn dem Verteilnetzbetreiber im Notfall keine direkten Steuerungsmöglichkeiten für solche Speichereinheiten gegeben sind. Zudem setzt sich der DSV dafür ein, dass die durch Speicherlösungen anfallenden und vermiedenen Netzkosten verursachergerecht angelastet werden.

 

Elektromobilität

Der DSV unterstützt den Wechsel zu einer klimafreundlicheren Mobilität.

 

"Mit dem Ausbau der Verteilnetze leisten die Verteilnetzbetreiber einen wichtigen Beitrag zur bedarfsgerechten Bereitstellung der E-Ladeinfrastruktur."

 

Die damit verbundenen Kosten müssen den Nutzern verursachergerecht zugewiesen werden.

K1600_DSC06162.JPG

Ruedi Zurbrügg

Geschäftsleiter Verband Aargauischer Stromversorger (VAS)

 

Digitalisierung, Daten, Datenschutz

Der DSV unterstützt die Digitalisierung. Sie bietet grosse Chancen und unterstützt die technologische und gesellschaftliche Entwicklung in der Schweiz.

 

Auf der anderen Seite birgt eine zu stark integrierte Digitalisierung auch Risiken, welche die Stromversorgungssicherheit gefährden können. Eine zu hohe Digitalisierung schränkt im Notfall die Handlungsmöglichkeiten der Verteilnetzbetreiber ein. Denn im Extremfall könnten systemrelevante Entscheidungen durch Computer und nicht durch Fachleute getroffen werden.

 

"Von der Gesellschaft werden zunehmend Erwartungen an den Datenschutz und die Datensicherheit formuliert. Diese Bedürfnisse gilt es zu berücksichtigen."